Obwohl der Herbst bereits vorbei ist, bleiben die Temperaturen hoch. Da der Sommer sich dem Ende zuneigt, wollen wir uns mit mechanischen Taucheruhren beschäftigen.

Wie entstanden Taucheruhren?
Eines Tages erhielt Cartier vom marokkanischen Adligen Pascha von Marrakesch den Auftrag, eine Uhr zu fertigen, die unter Wasser die Zeit anzeigen konnte. So konnte die königliche Familie beim Baden mit ihren Hofdamen die Zeit ablesen. Die wasserdichte Pascha-Uhr war geboren. Klingt vielleicht komisch, ist aber wahr.
Heute hat sich die Cartier Pasha-Serie folgendermaßen weiterentwickelt: ein Quadrat im Kreis, ein Kreis im Quadrat.

Es war eine von Rolex orchestrierte Marketingkampagne, die diese Uhrenart ins Rampenlicht rückte. 1927 trug eine Schwimmerin eine Rolex Oyster bei der Durchquerung des Ärmelkanals. Nach 15 Stunden und 15 Minuten im Meer soll die Uhr immer noch präzise die Zeit angezeigt haben. Der Gründer und Inhaber von Rolex investierte damals 40.000 Francs in eine Anzeige auf der Titelseite der Daily Mail, und die Uhr wurde zum Verkaufsschlager.
Wie wählt man eine Taucheruhr aus?
Neben den harten Fakten einer Wasserdichtigkeit bis 100 Meter, welche anderen Indikatoren sollten bei der Wahl einer Taucheruhr berücksichtigt werden?
Indikator 1: Verschraubte Krone
Must-Have-Index: ★★★★★
Modeindex: ★★

Betrachtet man die gesamte Uhr, ist die Krone (höchstwahrscheinlich) das einzige Bauteil, das das Gehäuse mit dem Uhrwerk verbindet, und gleichzeitig das Teil, das am anfälligsten für eindringendes Wasser ist. Während sich die Krone einer herkömmlichen Uhr einfach durch Herausziehen verstellen lässt, muss man eine verschraubte Krone zuerst herunterdrücken und dann gegen den Uhrzeigersinn drehen, um die Zeit einzustellen.
Das Prinzip einer verschraubten Krone besteht darin, am Kronengelenk einen wasserdichten Gummiring anzubringen. Durch das Einschrauben der Krone wird das Eindringen von Wasser in die Uhr verhindert und somit die Wasserdichtigkeit gewährleistet. Zudem verringert eine verschraubte Krone das Risiko eines versehentlichen Entfernens der Krone unter Wasser erheblich. Allerdings besteht das Risiko eines Verschleißes des Gewindes, wodurch die Wasserdichtigkeit beeinträchtigt werden kann.
Indikator 2: Kronenschutz
Must-Have-Index: ★★
Stilindex: ★★★★

Der Kronenschutz befindet sich am äußeren Ring der Krone. Nehmen wir zum Beispiel die Luminor-Serie von Panerai, da sie so ikonisch ist. Es handelt sich um eine hebelartige Konstruktion. Durch Herunterziehen des Hebels wird die Krone betätigt. Dieses Bauteil verhindert, dass die Krone durch äußere Einwirkungen gelöst oder beschädigt wird.
Indikator 3: Uhrengehäuse
Must-Have-Index: ★★★★★
Stilindex: ★★★

Es ist erwähnenswert, dass die meisten Menschen Rolex lieben. Das Konzept der Rolex-Uhr wurde von der Auster inspiriert. Die Stärke von Rolex liegt in der Erfindung des Oyster-Gehäuses, das aus einem einzigen Stück Metall gefertigt wird. Zusammen mit dem verschraubten Deckel und der Krone gewährleistet diese einteilige Gehäusekonstruktion Wasserdichtigkeit. Heute wurde das Oyster-Gehäuse komplett überarbeitet. Es verfügt über das patentierte Ringlock-System von Rolex, eine dreilagige Gehäusekonstruktion, die dem Druck in der Tiefe standhält.
Indikator 4: Einseitig drehbare Lünette
Must-Have-Index: ★★★★★
Modeindex: ★★★

Für professionelle Taucher ist diese lebensrettende Funktion ein Muss und steht in engem Zusammenhang mit dem Sauerstoffreservestand der Flasche.
Vereinfacht gesagt: Der Sauerstoffvorrat einer Sauerstoffflasche reicht in der Regel für 45 Minuten bis 1 Stunde. Vor dem Tauchgang sollte die Nullmarkierung der Lünette mit dem aktuellen Minutenzeiger ausgerichtet werden. So kann der Taucher die verbleibende Tauchzeit ablesen, ohne sie berechnen zu müssen. Sobald der Minutenzeiger die „0“-Markierung der Lünette erreicht, ist der Sauerstoffvorrat der Flasche aufgebraucht.
Die Lünette lässt sich nur in eine Richtung drehen. Das bedeutet, dass bei versehentlicher Betätigung der Lünette unter Wasser die auf der Uhr angezeigte Restzeit kürzer ist als die tatsächliche Tauchzeit. Dadurch wird verhindert, dass der Taucher aufgrund von Sauerstoffmangel in seiner Tauchflasche in Lebensgefahr gerät.
Zudem ist erwähnenswert, dass der äußere Rand der einseitig drehbaren Lünette üblicherweise geriffelt ist (besonders deutlich sichtbar bei seitlicher Betrachtung der Uhr). Dies erhöht die Reibung, wenn ein Taucher die Uhr mit Handschuhen bedient.
Indikator 5: Leuchtender Stundenzeiger
Must-Have-Bewertung: ★★★★★
Stilbewertung: ★★★★
Eine mechanische Uhr mit eingebautem Leuchtzeiger verfügt nicht nur über leuchtende Stundenmarkierungen und Zeiger, sondern auch über eine deutlich sichtbare Leuchtlinie auf dem Kronenschutz. (Dieser Effekt ist in einer Dunkelkammer noch besser zu sehen.)
Die Sicht unter Wasser ist deutlich besser als über Wasser, daher ist gute Ablesbarkeit entscheidend! Taucheruhren sind nicht nur mit großen Stundenmarkierungen und Zeigern ausgestattet, sondern auch mit Leuchtbeschichtungen, um die Ablesbarkeit im Dunkeln zu gewährleisten. Ein heute häufig verwendetes Leuchtmaterial ist Super-LumiNova, das Gammastrahlen absorbiert und anschließend bis zu 10 Stunden lang kontinuierlich leuchtet.
Anzeige 6: Heliumauslassventil
Must-Have-Bewertung: ★★
Stilbewertung: ★★★★★
Nicht alle Taucheruhren benötigen ein Heliumauslassventil, aber wenn Sie Wert auf Stil legen, ist diese Funktion ein absolutes Muss. Besonders für professionelle Taucher, die längere Zeit in Hochdruckkammern verbringen, ist ein Heliumauslassventil unerlässlich. Beim Abtauchen in eine solche Kammer strömt Helium in das Uhrengehäuse und gleicht den Innendruck allmählich mit dem Außendruck aus. Beim Verlassen der Kammer sinkt der Wasserdruck, wodurch Helium aus dem Gehäuse entweichen kann. In diesem Moment muss das Heliumauslassventil der Uhr geöffnet werden, da der enorme Druckunterschied sonst zu einer Gehäuseexplosion führen könnte.
FAQ
Zum Schluss wollen wir uns nun einigen häufig gestellten Fragen zu mechanischen Taucheruhren widmen.
Frage 1: Warum kann man mit einer mechanischen Uhr, die bis 30 Meter wasserdicht ist, nicht tauchen gehen?
A1: Weil der Wasserwiderstand nicht der Tauchtiefe entspricht.
Frage 2: Was bedeutet die Angabe „30 Meter Wasserdichtigkeit“ bei einer Uhr?
A2: „Wasserdichtigkeit bis 30 Meter“ bedeutet, dass man die Jacke problemlos im Regen, beim Händewaschen oder bei der Hausarbeit tragen kann. Vom Tragen im Schwimmbad wird jedoch abgeraten.
Frage 3: Was passiert, wenn eine mechanische Uhr mit einer Wasserdichtigkeit von 30 Metern zum Tauchen mitgenommen wird?
A3: Es ist möglich, dass eine mechanische Uhr mit Wasser in Berührung kommt. Ich sage nicht, dass es zwangsläufig passiert, aber das Risiko ist relativ hoch. Wenn Sie noch nicht überzeugt sind, probieren Sie es einfach aus. Schreiben Sie mir dann in den Kommentaren Bescheid, und wir können einen Testbericht vereinbaren.
Frage 4: Wie kann ich feststellen, ob eine mechanische Uhr zum Tauchen (Schwimmen) geeignet ist?
A4: Im Allgemeinen hängt es von der Wassertiefe ab, wobei einige Marken auch von der „Tauchtiefe“ sprechen.
Frage 5: Wie viele Meter Wasserdichtigkeit muss eine mechanische Uhr zum Tauchen (Schwimmen) aufweisen?
A5: Eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern oder mehr qualifiziert eine Uhr als Taucheruhr.
Frage 6: Wie bestimme ich 100 Meter? Kann ich das durch Anschauen erkennen?
A6: Teilweise. Die Wasserdichtigkeitstiefe wird üblicherweise auf dem Zifferblatt oder auf der Rückseite der Uhr angegeben.
Frage 7: Kann ich eine Taucheruhr in der Sauna oder in der Badewanne tragen?
A7: Nein, egal welche Uhr Sie tragen, Sie können sie nicht in der Badewanne oder Sauna tragen, weil sie nicht dampfbeständig ist.